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21.11.2018, 09:00 Uhr | Gerhard Hauser, Südkurier Villingen-Schwenningen
Villinger Basketballplatz wird abends abgesperrt: Anwohner erfreut und Jugendliche enttäuscht
Quelle: www.suedkurier.de

- Jugendliche aus der ganzen Region kamen im Sommer zum Spielen
- Sogar ein Trainer kümmerte sich zeitweise um die Streetballer
- Stadt reagiert mit Einschränkungen nach dem Ansturm auf ein Wohngebiet
 
Gute Nachrichten für die Bewohner des Villinger Wohngebiets Welvert, schlecht sind sie dagegen für die jungen Basketballer, die einen Platz im Wohngebiet nutzten: Die Stadtverwaltung wird den Platz nun "vollständig einzäunen", bestätigte auf Anfrage ihre Sprecherin, Oxana Brunner. Dann werde ein Schließdienst beauftragt, der den Bereich abends absperrt und am Morgen wieder öffnet. Ab wann die Maßnahme greift, sei noch nicht ganz klar. Allerdings geht Brunner davon aus, dass mit den ersten warmen Tagen im Frühjahr abends auf dem Spielfeld endgültig Ruhe einkehrt. Für den Vorsitzenden der SPD in Villingen-Schwenningen, Nicola Schurr, ist dies das Ende des Streetballs, des Basketballs im Freien, an dieser Stelle. Viele der jugendlichen Spieler kamen erst nach Feierabend ins Wohngebiet, da sie in der Ausbildung seien oder einen Job hätten.
 
Doch genau dies war für die Besitzer der umliegenden Häuser und die Bewohner des Seniorenzentrums im Welvert in diesem Sommer der Daueraufreger. An lauen Spätsommerabenden ging es auf dem Spielfeld hoch her, zum Teil kamen die jungen Spieler sogar von außerhalb, weil sich herumgesprochen hat, dass hier Sport im halbprofessionellen Bereich betrieben wird, manchmal sogar unterstützt von einem Jugendtrainer. Die Basketballer hatten ihren Spaß, die Anwohner ihren Ärger. Schurr schlug daher mehrfach vor, einen Basketballplatz am Klosterhof anzulegen, zuletzt als im Gemeinderat der Bau eines Skaterplatzes diskutiert wurde. Hier biete sich eine Chance, argumentierte er. Neben dem Skaterplatz könne das Feld für die Streetballer einen Platz finden, denn betoniert werde so oder so. Es wäre ein "kleiner Fleck, der für sehr viel Frieden und Hoffnung in VS sorgen könnte". Allerdings verfolgt die Stadtverwaltung diese Idee nicht, wie Brunner betonte. Es liege derzeit kein Antrag einer Fraktion vor. Doch genau den wollen die Sozialdemokraten nun möglicherweise nachreichen. Schurr, der selbst nicht im Gemeinderat ist, will dies der SPD-Fraktion vorschlagen.
 
Eine Verlegung hält Schurr für die beste Lösung, um beiden Seiten gerecht zu werden. Da seien zum einen die jungen Spieler, die zum Teil Leistungsport betreiben konnten, zum anderen wurde im Welvert ein Wohngebäude bis zu drei Meter an die Spielstätte herangebaut. Mit den bekannten Folgen: Die Haus- und Wohnungsbesitzer verlangen Ruhe, haben sie in ihre Immobilien doch nicht wenig Geld investiert. Bereits jetzt sei ein Schild aufgestellt worden, berichtete Schurr, der den Bereich als Spielplatz ausweise. Jugendliche über 12 Jahren dürfen auf dem Platz nicht mehr spielen, so würden junge Menschen und Jugendliche in der Stadt ausgegrenzt, und dies fördere die Politikverdrossenheit, ärgert sich der SPD-Chef. Eine Lösung, die im Welvert nicht verwirklicht werden kann, müsse anderswo her.

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