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21.11.2018, 09:02 Uhr | Gerhard Hauser, Südkurier Villingen-Schwenningen
Ein langer Weg zur größeren Stadthalle: 900 Besucher sind das Ziel
- Gemeinderatsausschuss begrüßt in Villingen-Schwenningen eine Machbarkeitsstudie
- Damit ist noch keine Entscheidung über die Erweiterung der Neuen Tonhalle gefallen
 
Ein erster kleiner Schritt für die Erweiterung der Neuen Tonhalle in VS-Villingen wurde gemacht. Die Gemeinderäte im Technischen Ausschuss begrüßten eine Machbarkeitsstudie, die sich dem Projekt widmen soll. Sie würde rund 50 000 Euro kosten, und Fachleute dreier Büros, unter anderem mit dem Tonhallen-Planer Michael Muffler, wollen sie ausarbeiten. Der Gemeinderat muss endgültig zustimmen. Ob und wann es je zu einer Vergrößerung der Neuen Tonhalle kommt, ist damit noch nicht entschieden.
 
Platz für 900 Besucher
2012 machte Michael Muffler eine Vorstudie, die aber nur in engem Kreis, im Aufsichtsrat der Kultur und Tagungsräume-GmbH (KTVS) vorgestellt wurde. Sie sieht einen zweigeschossigen Neubau auf dem derzeit freien Platz in Richtung Blue-Boxx-Kino vor, der mit einem Glasgang mit der Tonhalle verbunden werden soll. Im ersten Geschoss würde das Foyer untergebracht, im zweiten könnten Seminarräume eingerichtet werden. So entstünde durch den Wegfall des Foyers im Hauptgebäude Platz, um den großen Saal für 900 Besucher zu erweitern, wie der Leiter des Amts für Gebäudewirtschaft und Hochbau (GHO), Dieter Kleinhans, deutlich machte. 2012 schätzte Muffler die Erweiterung auf 3,5 Millionen Euro. Das das wird nicht reichen, wie Baubürgermeister Detlev Bührer im Ausschuss aufzeigte. Da werde eine andere Zahl stehen, da man im Bausektor in den vergangenen Jahren hohe Kostensteigerungen zu verzeichnen hatte. Bührer machte auch deutlich, dass das GHO derzeit mit ganz anderen Großprojekten zu kämpfen habe: mit dem Neubau und Sanierungen von Kindertagesstätten und Schulen sowie dem Ausbau von Ganztagesschulen. Dagegen sei die Erweiterung der Tonhalle eine Maßnahme, die "für uns vom Himmel fällt", sprich: Sie müsse erst einmal umgesetzt werden können, selbst wenn der Gemeinderat zustimmt. Bührer schlug vor, in der Machbarkeitsstudie eine ein- und eine zweigeschossige Variante untersuchen zu lassen.
 
Der Sprecher der Freien Wähler, Andreas Flöß, freute sich, dass die Verwaltung nach 1,5 Jahren eine Vorlage präsentiert. Seine Fraktion hatte den Antrag gestellt. Flöß forderte, "kein Raumprogramm aufzustellen, das den Rahmen sprengt". Es sollten nur die Dinge gemacht werden, die notwendig seien. Er rechnet damit, dass 240 bis 260 mehr Sitzplätze geschaffen werden können. Dietmar Wildi (CDU) signalisierte, dem Vorstoß der Freien Wähler zunächst einmal zu folgen. Allerdings sei man nicht final an die Pläne von 2012 gebunden. Die kannten bisher nur sehr wenige, sie spukten seit sechs Jahren im politischen Raum herum, wie Joachim von Mirbach (Bündnisgrüne) feststellte. Einer Machbarkeitsstudie stimmte er zu, auch wenn das GHO derzeit ganz andere Pflichtaufgaben, zu denen neben Kindergärten und Schulen die Verwaltungszusammenführung sowie die Planung des neuen Museumsquartiers gehören, zu erfüllen habe. Mirbach geht davon aus, dass eine Hallenerweiterung das Doppelte des 2012 geschätzten Betrags kosten werde.
 
Kulturleute fordern mehr Seminarräume
Wird die Stadt das Projekt verwirklichen, sollten "wir auf die Kulturleute hören und zusätzliche Seminarräume einplanen", schlug Edgar Schurr (SPD) vor. Die hatten nämlich schon vor Jahren bemängelt, dass ein Tagungsraum zwischen dem großen Saal mit 600 Quadratmetern und dem Seminarraum 1 mit 100 Quadratmetern fehle. Sollten hier neue Angebote geschaffen und der große Saal der Tonhalle erweitert werden, bringe dies Vorteile bei der Vermietung mit sich.
 
Viele Fragen ungeklärt
Architekt Olaf Wuttge-Greimel, beratendes Mitglied des Technischen Ausschusses, kritisierte, dass viele Fragen ungeklärt sind. So sei durch den Erweiterungsbau der Durchgang von der Schwedendammstraße zur Innenstadt nicht mehr möglich. Auch die Stellplatzfrage werde sich stellen, ungeklärt sei auch, ob sich durch die Maßnahme etwas am Brandschutz ändere. Die Verwaltung wird den Bebauungsplan ändern müssen, denn der Bereich zwischen Tonhalle und Kino ist derzeit als öffentlicher Platz ausgewiesen.

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