Neuigkeiten
23.11.2018, 08:03 Uhr | Gerhard Hauser, Südkurier Villingen-Schwenningen
Heftiger Frust beim Ausbau des schnellen Internets
Quelle: www.suedkurier.de

- Ärger bei Betroffenen in Villingen-Schwenningen ist zum Teil gewaltig
- Jetzt macht sich der Unmut auch im Gemeinderatsausschuss Luft
 
Das schnelle Internet ist eine gute Sache, wenn es die Bürger denn haben. Doch der Weg dorthin ist steinig, wie Rietheims Ortsvorsteherin Gudrun Furtwängler und der Marbacher SPD-Stadtrat Bernd Lohmiller im Technischen Ausschuss in Villingen-Schwenningen deutlich machten. Dabei drückte sich Furtwängler noch diplomatisch aus: „Es war nicht befriedigend“, meinte sie mit Blick auf Rietheim.
 
Die Erfahrungen mit den Baumaßnahmen, um die Glasfaserkabel zu verlegen, sind oft schlecht. Es waren Subunternehmer beauftragt, die hätten kaum oder kein Deutsch gesprochen, die Bauleitung sei nicht vor Ort gewesen und Absprachen wurden auch „nicht eingehalten“, zählte Furtwängler auf. Geärgert hat sie, dass marode Gehwege bei den Baumaßnahmen nicht mitsaniert wurden. Das hätte doch im Vorfeld geregelt werden können, monierte sie.
Allerdings ist der Zweckverband für die Baumaßnahmen verantwortlich. Problematisch ist wohl, dass dort nur eine Person für die Bauabnahme zuständig ist, wie der VS-Bauamtsleiter Ulf Millauer ausführte. Außerdem werde es auch bei diesen Maßnahmen immer schwieriger, überhaupt geeignete Tiefbaufirmen zu finden, erklärte Baubürgermeister Detlev Bührer.
 
Unsicherheit in Marbach
Immerhin hat Rietheim den Ausbau hinter sich, die Inbetriebnahme ist im Herbst vorgesehen. Ob es auch mit Marbach vorangeht, ist derzeit nicht so sicher. Der Grund: Ob für den Ausbau Landeszuschüsse fließen, ist offen, „wir sollten über den Zweckverband im Innenministerium anklopfen“, schlug Lohmiller vor. Fakt sei, dass allein schon beim Zweckverband Breitbandversorgung im Kreis, über den auch die Doppelstadt flächendeckend das schnelle Internet verlegt, eine ganze Reihe von Kommunen Anträge stellten. Auch landesweit sind viele Gemeinden auf den Zug aufgesprungen, sodass unklar ist, wie schnell über die Förderanträge entschieden wird.
Hinzukommt, dass inzwischen auch die Telekom mitmischt, obwohl der Konzern bis vor wenigen Jahren bei der Versorgung von kleineren Gebieten noch abwinkte. In Marbach stelle sich derzeit das Problem, dass die Telekom, von Rietheim kommend, die Bereiche in Richtung Gasthaus Linde versorgt. Dort sollen zwischen den Kreiseln die neuen Bürgersteige aufgerissen werden, immerhin konnte man sich mit dem Unternehmen einigen, den kompletten Gehweg zu richten und nicht nur ein Band.
 
Problematisch dürfte es zudem sein, wenn die Telekom mit dem Ausbau schnell startet. Es sei nicht auszuschließen, so Lohmiller, dass die Förderung gefährdet sei, da Marbach dann kein weißer Fleck auf der Landkarte des schnellen Internets mehr wäre. Allerdings bietet die Telekom nur die Vectoring-Technik an, das ist Glasfaser bis in die Verteilerkästen. Von dort führen schneller gemachte Kupferleitungen direkt in die Häuser.
Derzeit investiert die Stadt jährlich fünf Millionen Euro. Es wird ungefähr ein Jahrzehnt dauern, bis eine flächendeckende Versorgung mit Internetdienstleistungen umgesetzt wird. Aktuell werden die Teilnetze für Obereschach und Schwenningen Südwest geplant. Diese beiden Netze werden voraussichtlich im Jahr 2021 in Betrieb genommen.
 
Schnelles Internet
Villingen-Schwenningen erhält schrittweise ein schnelles Internet. Dabei ist die Stadt in 12 Teilnetze untergliedert. Fünf davon sind im Betrieb, es handelt sich um Tannheim, Pfaffenweiler, Vockenhausen, Zentzralbereich und Schwenningen Ost.

Diese Seite in einem sozialen Netzwerk veröffentlichen:

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Yahoo! Bookmarks
  • Windows Live
  • Yigg
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon