Neuigkeiten
27.11.2018, 07:56 Uhr | Renate Breuning
Die CDU im Amtsblatt
Nachruf für das Amtsblatt
Wenn Sie diese Zeilen lesen, dann gehören Sie zu einer Minderheit in unserer Stadt. 
Entweder sind Sie eine von 26 Personen, die das Amtsblatt als Druckexemplar abonniert haben, oder Sie gehören zu den 500 Personen, die sich ein Exemplar in einem der städtischen Gebäude geholt haben.

Es könnte auch sein, dass Sie diese Zeilen in der digitalen Ausgabe lesen, aber auch da bilden Sie unter rund 500 Personen mit OnlineAbo noch eine Minderheit! Und die letzte Möglichkeit Sie einzuordnen, ist, dass Sie sich das Amtsblatt über die städtische Homepage abgerufen haben.

In der Summe erreicht das Amtsblatt damit rund 1.220 Leser von 85.000 Bürgern der Stadt! Deswegen ist dieses Amtsblatt das vorletzte, das die Stadt herausbringt. Im neuen Jahr wird es gänzlich eingestellt. Muss man das bedauern? Ich finde, ja, aber damit spreche ich nicht für die ganze Fraktion.

Meines Erachtens würde es doch von einer aufgeschlossenen Gesellschaft zeugen, die sich für ihre eigenen Belange, nämlich die kommunale Politik in der Stadt, interessiert, wenn das Amtsblatt von vielen gelesen würde. Es würde auch für das Selbstverständnis einer Verwaltung und der Politik sprechen, wenn sie daran interessiert sind, den Bürgerinnen und Bürgern aus erster Hand Informationen zukommen zu lassen.

Dies auch unter dem Gesichtspunkt, dass ein immer kleiner werdender Teil der Bevölkerung eine Tageszeitung liest. Offensichtlich stand die 'Geburt' des Amtsblattes der Stadt Villingen-Schwenningen von Anfang an unter einem schlechten Stern.

Während in vielen anderen Gemeinden die örtliche Presse mit der Kommune kooperiert, was Druck und Verteilung angeht, hat die hiesige Presse dies von Anfang an boykottiert. Noch schlimmer, eine hat immer wieder wegen des Amtsblattes die Stadt verklagt. Da waren weiter die Widerstände von großen Teilen des Gemeinderates aus verschiedenen Gründen: Von den Kosten eines Amtsblattes über 'Mitleid' mit der öffentlichen Presse für den Wegfall von Einnahmen für öffentliche Bekanntmachungen der Stadt bis zu der Befürchtung, das werde ein 'Selbstbeweihräucherungs-Organ' des OB.

Leider hat man bei der anfänglichen Papier-Ausgabe, kostenlos an alle Haushalte, nie Erhebungen gemacht, wie viele Personen das Blatt lesen. Deswegen gibt es keinen Vergleich zu der digitalen Ausgabe jetzt mit geringfügiger Auflage in gedruckter Form. Zukünftig bleibt also für die Bürgerinnen und Bürger nur, sich auf der städtischen Homepage über das kommunale Geschehen zu informieren, denn eine Erhöhung der Zeitungsleser-Zahlen ist allen Umfragen zufolge nicht zu erwarten. Dabei bleiben derzeit noch viele, besonders ältere Menschen außen vor, die die digitalen Medien nicht nutzen.

Auch ein Mangel an Information kann zu Politikverdruss führen!
 

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