Neuigkeiten

13.12.2018, 09:44 Uhr | Cornelia Spitz, Schwarzwälder-Bote Villingen-Schwennigen
Am Hoptbühl fühlt man sich betrogen
Quelle: www.schwarzwaelder-bote.de

Der Hoptbühl-Sportplatz hat Krater und Risse und im Gemeinderat liegen bei Debatten dazu die Nerven blank. So auch am Mittwoch, als der Gemeinderat über die längst überfällig Sanierung des Sportplatzes angesichts der Haushaltsberatungen stritt.

VS-Villingen. Joachim von Mirbach ist nicht nur Fraktionssprecher der Grünen, sondern auch ehemaliger Gymnasiallehrer am Hoptbühl und deshalb aus eigener Erfahrung leidenschaftlicher Kämpfer für die Sportplatzsanierung. Der ist seit Jahren gesperrt und Schulsport im Freien somit kaum mehr möglich. Doch wenn es um die immer wieder verschobene oder trotz entsprechenden Beschlusses nie umgesetzte Sanierung des Sportplatzes geht, verkehrt sich von Mirbachs Leidenschaft schon mal in unverhohlenen Ärger: "Wir fühlen uns betrogen! Im April sei einstimmig im Gemeinderat beschlossen worden, umgehend mit der Planung zu beginnen. Es sei "der Eindruck erweckt" worden, es gehe sofort los. Dann sei ein Förderprogramm entdeckt worden, das man noch mitnehmen wolle – "wohl wissend um die minimalsten Erfolgsaussichten" – und nun müsse er beim Blick in den Haushaltsplanentwurf feststellen, dass die Verwaltung das Projekt bis 2020 verschieben wolle. "Ich bin höchst enttäuscht!" Und nicht nur er. Auch am Hoptbühl-Gymnasium verliert man den Glauben an die Kommunalpolitiker. Flehentlich warb Schulleiterin Simone Duelli-Meßmer schon darum, den maroden Platz endlich zu richten. Die Freude im April war riesig. Die Enttäuschung jetzt sitzt umso tiefer.

Breuning will Skaterplatz verschieben

Die CDU-Fraktion stellte im Gemeinderat den Antrag, den Sportplatz nun umgehend zu sanieren – die erforderlichen Mittel habe man, wenn man den Bau der auf dem Klosterhof geplanten Skateranlage samt Basketballplatz um ein Jahr verschiebe, ebenso die Kunstrasenplatz-Sanierung des FC08 im Friedengrund.

Doch Geld sei nicht das Problem, machte Dieter Kleinhans, Leiter des Amtes für Gebäudewirtschaft und Hochbau. "Selbst wenn sie es heute anders beschließen, es ist nicht anders möglich. Ich habe niemanden, der es macht!" Frust im Gemeinderat – und folglich auch Frust im Jugendgemeinderat. Denn dass ausgerechnet die baldige Realisierung des ersten wirklichen Projekts unter Mitwirkung des Jugendgremiums zugunsten des Hoptbühl-Platzes dran glauben sollte, war für Sören Pfundstein und seine jungen Mitstreiter ungeheuerlich. Er sei "entsetzt und enttäuscht", gab er zu. "Wie will man so junge Leute für die Kommunalpolitik interessieren?" Ein einziges Jahr aus der Sicht Erwachsener sei für Jugendliche eine Ewigkeit, , wenn nicht gar die Zeit bis zum Sankt Nimmerleinstag, machte er deutlich.

SPD-Sprecher Edgar Schurr, der beiden sportlichen Vorhaben wohlgesonnen ist, musste zugeben: "Wer soll’s denn machen? Wir produzieren hier Haushaltsreste ohne Ende, das ist nicht ehrlich, das sind leere Versprechen!" Eine Erkenntnis, die bis zum Ende der Debatte im Gros des Gremiums reifte, weshalb ein Kompromiss-Beschluss die Folge war: Für Planung, Ausschreibung und Vergabe des Hoptbühl-Sportplatzes sollen in den Haushalt 2019 200 000 Euro eingestellt werden. Zudem will man sich mit einer Verpflichtungsermächtigung über 1,3 Millionen Euro im Vermögenshaushalt 2019 selbst die Pflicht auferlegen, den Schulsportplatz zu sanieren. Und auch dem SPD-Antrag, den Bau eines Basketballplatzes im Zusammenhang mit der Planung des Skaterplatzes zu prüfen, wurde bei 19 zu 15 Stimmen stattgegeben.

Diese Seite in einem sozialen Netzwerk veröffentlichen:

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Yahoo! Bookmarks
  • Windows Live
  • Yigg
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon