Kritik am geplanten Umbau der Helios-Arena

Quelle: www.schwarzwaelder-bote.de

Was passiert mit unseren Stehplätzen? Neben der sportlichen Entwicklung des Schwenninger Eishockeys ist der geplante Umbau der Helios-Arena eines der wichtigsten Themen unter der Wild-Wings-Fans. Das wurde am Mittwochabend beim Fantalk deutlich.
VS-Schwenningen. Sportmanager Jürgen Rumrich und der Geschäftsführer der Schwenninger Wild Wings, Christoph Sandner, stellten sich am Mittwochabend in der Stadiongaststätte Eisbär den Fragen zahlreicher Wild-Wings-Fans. Während die sportliche Entwicklung der Mannschaft in der laufenden Saison beinahe zur Nebensache wurde, gab es zum Thema Stadionumbau Fragen über Fragen.
 
Wie bereits berichtet, soll die Anzahl der Sitzplätze auf Kosten der Stehplätze in der Helios-Arena zur kommenden Saison erhöht werden. Die Begründung für diese Pläne rechnete Geschäftsführer Sandner vor: "Wir haben aktuell eine Stehplatzauslastung von 40 Prozent. Die der Sitzplätze hingegen liegt nahe 100 Prozent." Anhand des bevorstehenden Spiels am Freitag gegen Köln zeigte Sandner auf: "Die Sitzplätze sind seit gestern (Dienstag) ausverkauft." Insgesamt seien aber nur 3500 Karten (von mehr als 6200) verkauft worden. Deshalb sei es für den Eishockeystandort Schwenningen wichtig, "dass wir diesen Weg gehen", betonte er. Es gehe darum, langfristig konkurrenzfähig zu bleiben.
 
Doch dieses Rechenspiel beruhigte die anwesenden Fans keinesfalls. "Die sportliche Situation sollte bei solchen Rechnungen aber schon berücksichtigt werden", sagte ein Anhänger mit Verweis auf die bislang mageren Erfolge der Mannschaft. Aber auch darüber hinaus sind aus Fan-Sicht noch zu viele Fragen offen. Vor allem, weil trotz des offenbar konkreten Zeitplans keine exakte Planung öffentlich bekannt ist. Und so konnte Sandner auf Nachfrage nur wenig zufriedenstellend antworten: "Es ist noch viel zu früh, um zu sagen bis wohin die Sitzplätze gehen werden." Es gebe Pläne, die vorsehen, dass die Stehplatzgerade bis zum Eingang der Gästemannschaft in Sitzplätze umgewandelt wird. "Außerdem soll ein zusätzlicher Hospitality-Bereich entstehen", erläuterte Sandner.
 
Umbau bis zur kommenden Saison
 
Ob die Rechnung mit den zusätzlichen Sitzplätzen aufgeht oder nicht, scheint dem einen oder anderen Fan egal zu sein. Für die meisten, die derzeit auf der langen Geraden stehen, stellen sich momentan gleich mehrere Fragen: "Rechnen Sie damit, dass die bisherigen Stehplatzkartenkäufer dann Sitzplätze nehmen, oder zielen Sie auf ein neues Publikum ab? Und wo sollen die jetzigen Fans dann hin?"
 
Der Geschäftsführer orientierte sich an der Anzahl der Dauerkarteninhabern: "Das Wichtigste ist, dass alle Stehplatz-Dauerkartenbesitzer weiterhin stehen können. Und das ist mit der Kapazität in der Kurve und hinter dem Tor mehr als der Fall." Allerdings, so wurde deutlich, gehe es nicht nur um treue Fans, sondern auch um Stammplätze von organisierten Fanclubs. Diese kommen schließlich nicht nur in größeren Gruppen, sondern auch mit entsprechendem Equipment wie Bannern oder Trommeln. "Wo sollen die unter kommen?" Hier versicherte Sandner, dass die Verantwortlichen sich mit den Fanclubs an einen Tisch setzen werden, wenn es soweit sei. "Dann versuchen wir mit den treuen Fans eine Lösung zu finden."
 
Skepsis, oder vielleicht auch das letzte Fünkchen Hoffnung, dass der Zeitplan für den Umbau zur kommenden Saison zu eng gestrickt sein könnte, erwiderte Sandner: "Wir sind voll im Zeitplan. Der Bauantrag soll noch dieses Jahr gestellt werden und der Umbau nach Saisonende umgehend beginnen." Nach jetzigem Stand müssen sich die Wild-Wings-Fans also drauf einstellen, dass sie entweder ab der Spielzeit 2020/21 einen neuen Platz in der Arena haben, oder aber neue "Nachbarn".